CDU-Stadträte hatten sich beim Ministerpräsidenten über den Neu-Bundestagsabgeordneten Till Seiler beschwert, der den Papstbesuch in Freiburg ablehnt. SPD-Stadtrat Jürgen Leipold macht konkrete Vorschläge, an wen die CDU zum Nutzen der Stadt schreiben könnte. Sein Brief hat folgenden Wortlaut:

Till Seiler und der Papst

Liebe Kollegen,
zu Ihrem Brief an den Ministerpräsidenten gestatte ich mir einige Anmerkungen:

  • Ausweislich der Meldungen in den Medien ist der Ministerpräsident derzeit im Urlaub. Den sollten auch Sie ihm gönnen.
  • Ein Ministerpräsident ist nicht der Vorgesetzte der Bundestagsabgeordneten. Der Ruf nach dem gestrengen Vater und Disziplinierungsmaßnahmen mutet merkwürdig an; meinem Demokratieverständnis entspricht dies nicht.
  • Ein grüner Abgeordneter hat auch dann ein Recht auf seine eigene Meinung, wenn diese nicht der Ihrigen entspricht.
  • Till Seiler steht mit seiner Meinung zu der Rede des Papstes im Bundestag nicht alleine. Sie hat beispielsweise auch der Ratsvorsitzende der EKD stark kritisiert und das schon im Dezember letzten Jahres – ohne dass Sie ihn zur Ordnung gerufen hätten.
  • Ich will Ihnen aber nicht die Lust am Briefeschreiben nehmen und mache Ihnen zwei Vorschläge: Schreiben Sie doch dem Oberbürgermeister, dass er endlich die Landesregierung bittet, den Papst zum Konziljubiläum einzuladen. Würde der nämlich der bereits ausgesprochenen Einladung der Stadt Konstanz folgen, hätte diese die ganzen finanziellen Lasten zu tragen. Und das ging schon einmal schief: Nach dem Konzil lag die Stadt noch Jahre danach finanziell am Boden. Den zweiten Brief könnten Sie dann – und dafür wäre er die richtige Adresse- dem Ministerpräsidenten schicken mit dem Wunsch, der Bitte dem Wunsch des Oberbürgermeisters zu folgen.

Medienecho:
»Konstanzer SPD-Fraktionschef veräppelt CDU-Ratsherren
»Till Seiler plumpst ins Sommerloch
»Kritik an Seiler verstärkt sich